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Die Nutzung von Incircuit- und Funktionstestsystemen für Kleinserien



Das Testen von elektronischen Flachbaugruppen ist auf Grund der Fehler innerhalb der Fertigung unverzichtbar. Da die Fehlerraten zwischen 3 % und 45 % liegen, ist jedem von uns klar, dass ein hundertprozentiger Test aller Baugruppen notwendig ist. In den frühen Jahren wurde der Funktionstest favorisiert. Im Funktionstest können jedoch bestenfalls 90 % aller Funktionen geprüft werden. Nachdem man sich einen großen Teil der entstehenden Fehler gar nicht vorstellen kann, können dafür leider auch keine Testschritte entwickelt werden. In der Regel liegt die Prüfschärfe eines Funktionstests zwischen 80 und 90 %. Nach dem heutigen Qualitätsdenken und dem Produkthaftungsgesetz sind solche Qualitäten nicht tragbar für Produkte, die in Endgeräte eingebaut werden, wobei Menschen oder entsprechend teure Dinge durch Defekte zu Schaden kommen können. Ein umfassenderer Test als der Funktionstest ist deshalb notwendig: Beim Incircuittest werden ganz besonders die Fertigungsfehler, welche erfahrungsgemäß 70 bis 80 % aller Defekte ausmachen, erkannt.

Genau für diesen Bereich haben wir ein extrem kostengünstiges, sehr wirtschaftliches Testsystem entwickelt. Die Version ATS-PCMFT 600-2 ist die Fortentwicklung des Grundmodells. Auf Grund unserer Erfahrungen mit seinem Einsatz haben wir dieses hervorragende Testsystem noch weiter entwickelt und den heutigen Testaufgaben angepasst.

Dieses Testgerät ist ein Incircuit- und Funktionstester mit sehr umfangreichen Testmöglichkeiten, welche allen heutigen Aufgaben gerecht werden. Um seine Leistungsfähigkeit aufzuzeigen, möchten wir einige dieser Fähigkeiten nennen: Incircuit- und Funktionstest bis 448 Messkanäle, Incircuittest: Pinkontakt, Lötfehler, Bauteil-, Kurzschluss-, Unterbrechungs- und Polaritätstest, Funktionstest: analog, digital, Impuls, Mikroprozessortest, Leistungselektronik, Stromversorgungstest, automatische optische Anzeigenauswertung, erweiterbar auf Boundary Scan, CAN-Bus und sonstige Feldbussysteme, Oberflächenprogrammierung mit Autogenerierung und Autolern, grafische Fehlerortdarstellung, Transientenrecorder, Logikanalysator, Flash-RAM-Programmierung, Mikroprozessortest über ROM-Emulation, C-Interpreter zum Erstellen von Unterprogrammen für Stimulierungs- und Messaufgaben, IEEE/IEC-Schnittstelle, CAD-Schnittstelle, umfassende Statistik, Qualitätsmanagement, dezentrale Reparaturstation, dezentrale Programmierstation, Paket zur selbständigen Systemkalibrierung nach ISO 9000, halbautomatische Adaptererstellung (hard- und softwareunterstützt in 3 bis 5 Stunden), kostengünstige Adaptionssysteme, nur 1 Tag Schulung, Produktion meist bereits in der ersten Woche nach der Installation.

Die Besonderheit dieses Incircuit- und Funktionstestsystems ist der kompakte Aufbau innerhalb eines Gehäuses, in dem sich auch der Rechner befindet, mit der Möglichkeit, dieses Gerät modular zu erweitern und den Aufgabenstellungen anzupassen. Das Gerät kann bis auf maximal 448 Messkanäle ausgebaut werden, das bedeutet, dass man den Incircuit- aber auch den Funktionstest auf bis zu 448 Leiterbahnzügen (Testpunkten) erweitern kann, um auch Doppeleuropakarten oder sogar größer damit zu testen. Die Einsatzgebiete dieses Testers in seiner Mindestausstattung liegen hauptsächlich in der Sensorik. Damit können Sensorbaugruppen analog, digital und natürlich mit dem Incircuittest geprüft werden. Wie bereits oben erwähnt lassen sich selbstverständlich auch Feldbussysteme einbinden sowie alle Leistungsfähigkeiten, die unsere vorhandene Testsystemfamilie ATS-KMFT 470 bietet. Die einzige Einschränkung dieses Testsystems liegt darin, dass der Maximalausbau bei 448 Messkanälen liegt. Auch die REINHARDT-Einsteckleistungsmodule können in diesem Gerät nicht eingebaut werden, da die Wärmeableitung auf Grund der Testsystemgröße nicht möglich ist. Es können jedoch beliebige Mess- und Stimuligeräte für den Leistungsbereich, wie z.B. das REINHARDT Powermodul POMO80 oder auch sonstige externe Geräte eingebunden werden. Sie werden über unsere standardmäßigen Schnittstellen (RS232, optional RS485 und IEC-/IEEE-Schnittstelle) betrieben und äußerst komfortabel in unsere Oberflächenprogrammierung mit eingebunden. So können durchaus auch Baugruppen und Module mit höheren Leistungsaufnahmen der Netzgeräte getestet werden. In der Software und der kompletten Messhardware steht unser neues ATS-PCMFT 600-2 unseren weit über 1000 Stück gelieferten Testsystemen ATS-KMFT 470 in nichts nach und ermöglicht so einen umfassenden Test von elektronischen Baugruppen.

Ein Adaptionskonzept, das spezifisch für Europakarten und kleiner entwickelt wurde, steht genauso wie ein Adapter für Doppel- oder Vierfacheuropakarten oder Karten mit ähnlichen Maßen zur Verfügung, um den Prüfling sicher zu kontaktieren und den Incircuittest sowie den Funktionstest sicher auszuführen.

Alle Adapterkonzepte aus unserem recht umfangreichen Programm können mit diesem Testsystem genutzt werden.

Das Blockschaltbild unseres Testsystems zeigt, welche Mess- und Stimulierungsmodule bereits standardmäßig in der Grundausstattung eingebaut sind und auch die Erweiterungsmodule, welche in maximal 7 Kartenpositionen eingebaut werden können. Das Testsystem kann so auf die entsprechenden Aufgabenstellungen mit den genannten Einschränkungen aufgerüstet werden. Für diesen Fall verweisen wir auf unser ATS-KMFT 470-2 bzw. ATS-KMFT 670. Diese Tester haben dasselbe Hardwarekonzept, bieten aber mehr Steckpositionen und können dadurch weiter ausgebaut werden und vor allen Dingen auch die Leistungsmodule wie 3-fach Netzgerät, 4-fach Last und Wechselspannungsquelle nutzen. Die einfache und praxisnahe Programmerstellung im Incircuittest wie auch im Funktionstest wird in 70 % aller Fälle von Facharbeitern ausgeführt und erlaubt das Erstellen von lauffähigen Testprogrammen in typisch ein bis zwei Tagen. Durch die extrem günstigen Investitionspreise bei gleichzeitig hoher Prüfschärfe können selbst Kleinstserien ab 50 Stück mit diesem Testkonzept bestehend aus extrem kostengünstigen Incircuit- und Funktionstestern, extrem günstigen Prüfadaptionen und extrem kurzen Programmierzeiten, wirtschaftlich geprüft werden.

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© 12.07.2002

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