Testen von elektronischen Flachbaugruppen und Modulen für die KFZ-Elektronik
Die Elektronik ist im KFZ-Bereich heute nicht mehr wegzudenken und gehört mit steigender Tendenz in jedes Auto unserer Zeit und unserer Zukunft. Bei der guten alten Mechanik waren die Temperaturkoeffizienten eine bekannte Funktion, die genutzt wurde, um unsere Kraftfahrzeuge auch unter den widrigsten Bedingungen betriebsfähig zu halten. Heutzutage übernimmt die Elektronik diese Aufgabenstellung, dabei ist die Temperatur einer der wichtigsten Parameter, aber erfahrungsgemäß spielen auch die Feuchte, Vibration und damit die Lagerung und Dichtigkeit dieser Module und Flachbaugruppen eine wichtige Rolle.
Jedes Mal gehört es bei Einbruch von Kälte in den ersten Wintertagen zum Straßenbild, dass Luxusfahrzeuge neuester Bauart ihren Dienst quittieren und das Servicemobil diverser Hersteller in all diesen Gegenden sichtbar ist, um hoffentlich diese Fahrzeuge wieder zum Laufen zu bringen. Tatsache ist, dass viele dieser neuen Elektroniken zwar im Entwicklungsprozess entsprechend geprüft wurden, dass aber dann in der Serienproduktion leider nicht die notwendige Prüfschärfe auf die widrigen Bedingungen verwandt wird, wie sie im Winter, aber natürlich auch im Sommer auftreten. Temperaturen wie +125 °C, die bedingt durch Sonne, aber auch Motorentemperatur entstehen, haben zur Folge, dass diese Module und Elektroniken thermisch wesentlich höher belastet werden als allgemeine Haus- oder Industrieelektronik. Im Winter kommen neben dem Problem Betauung noch die extremen Temperaturen hinzu, die auch in unseren Breiten durchaus -25 °C bis -30 °C betragen können, was der Elektronik nicht unbedingt zuträglich ist. Ein weiteres Problem ist im Winter auch die Energieversorgung. Dabei brechen die Kapazitäten der Starterbatterien auf Bruchteile ihrer Sollwerte zusammen und der Startprozess baut die Öle und Fette der Motoren und deren Lagern zu extrem hohen Reibungen auf. Eine Starterbatterie kann nur noch mit letzter Kraft den eigentlichen Startprozess durchführen. Bedauerlicherweise brechen die Spannungen, die nominal um den 12 V-Bereich sein sollten, auf 5 bis 8 V zusammen. Das schränkt durch Pulsieren noch einmal die Energie der Restelektronik so stark ein, dass der eigentliche Startvorgang mehr als Glücksfall denn als sichere Prozedur gelten muss.
Mit dem Zunehmen der Elektronik in Kraftfahrzeugen werden immer mehr Aufgaben zum Betrieb des Fahrzeugs der Elektronik übergeben, die diese dann unter den widrigsten Bedingungen ausführen muss: Heute arbeiten in Kraftfahrzeugen bereits von 10 bis zu 40 Mikroprozessoren, teilweise bis zu 80 Elektromotoren, von den vielen Magnetschaltern und deren Steuerung ganz abgesehen. Diese Elektroniken werden bedingt durch Kälte, hohe Reibung und reduzierte Spannung besonders beansprucht.
Während der Entwicklung werden die meisten Module sehr gründlich auf den vollen Temperaturbereich geprüft und hoffentlich mit genügend Sicherheitsfaktoren versehen. Gerade bei Mikroprozessor- und Digitalschaltungen sollten auch die Latch-Up-Effekte überprüft werden, die zur Folge haben können, dass auf Grund der zusammenbrechenden Spannung die Eingangssignale größer sind als die Betriebsspannung gewisser Module und dann die Schaltkreise zu latchen beginnen. Diese Funktion hat zur Folge, dass die Elektronik des ICs eine Thyristorfunktion ausführt und gewisse Transistorstrecken, von denen sich viele tausend in einem solche IC befinden, dann durchschalten. Das IC wird zur extremen Stromaufnahme gezwungen, was bis zur Zerstörung der kompletten Schaltkreise führen kann. Diese Funktion wird allgemein nur in der Entwicklungsphase geprüft und später in der Serienfertigung ignoriert oder vergessen. Bei einer geringen Anzahl von Flachbaugruppen und Modulen hat das zur Folge, dass diese Module und Leiterplatten während eines Startprozesses mit schwacher Batterie an einem kalten Tag dennoch zerstört werden.
Um den Stückzahlen, welche im Automobilbereich üblich sind, gerecht zu werden, stehen auch kostengünstige Inlinesysteme zur Verfügung, welche ein Minimum an Arbeitskraft erfordern, um trotzdem mit der notwendigen Prüfschärfe die entsprechenden Mengen prüfen zu können.
Unser Modul- und Flachbaugruppentestsystem ATS-KMFT 670 ist schon heute in der Kraftfahrzeugelektronik das am meisten verwendete Testsystem in Deutschland und wird sich auch in Zukunft dank seiner Performance, seines günstigen Investitionspreises, seiner kostengünstigen Adaption und seiner einfachen und praxisnahen Programmerstellung zu einem wertvollen Hilfsmittel zur Testung der KFZ-Module und Flachbaugruppen standardisieren.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite und in den Leistungsmerkmalen unseres ATS-KFMT 670.
Sie können diesen Artikel laden unter ART1004.pdf.
© 06.10.2004